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Im Dschungel der Paragraphen !!! Fragen und Antworten zu allgemeinen Rechtsfragen, z.B. Selbstverteidigung |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #1 |
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Registriert seit: 06.08.2007
Ort: w domu
Beiträge: 260
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Nahezu jeder 12-13jährige trägt bereits ein Messer mit sich herum. Für den KK/KSler stellt sich hier die Frage, will er sich ebenfalls an diesem „Trend“ beteiligen, wenn ja, wie soll er was trainieren.
Gebt doch bitte Beispiele. Dies wenn möglich, ohne ein bestimmtes System oder einen bestimmten Namen zu glorifizieren bzw. zu bewerben, sondern einfach in der Art: Wir machen das so; ich denke so ist es besser; in meinem Job als Türsteher habe ich …; in diesem Falle würde ich … (etc. pp). Ich denke, es müsste auch möglich sein, dass in der Erzählung auf eigene „praktische“ Erfahrungen zurückgegriffen wird. |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #2 |
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Registriert seit: 07.01.2008
Beiträge: 54
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O Hayo Gozaimashita,
es ist ein schwieriges Thema. Selbst auch bewaffnen?? Man kann im training viel üben, aber im Ernstfall greift der böse Bube vielleicht nicht Schulmäßig an. Bei uns gibt es ein Prinzip, wenn geht hau ab. Helden leben nicht so lang. Wenn das nicht geht....... Bei uns heißt es man muß versuchen hinter die Waffe zu kommen. Nicht hart blocken, sondern den Gegner im glauben lassen und beim Stich ausweichen, die Klinge also weiterführen am Körper vorbei, um sofort in den Mann zu gehen. Den der Mann ist die Gefahr, sein Geist steuert die Waffe. Also Licht aus. Bufu Ikkan |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #3 | |
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Registriert seit: 15.08.2007
Beiträge: 360
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Zitat:
Ob ich mich an "diesem" Trend beteiligen wollte, nein. Erst einmal halte ich ein Messer für die höchste Stufe der Eskalation, zweitens kann ich die Schäden, die ich mit einem Messer anrichte, nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich versuche meinen Körper weitgehend so zu schulen, dass er als Waffe taugt, aber bewaffnen werde ich mich nicht, weder mit Messer, noch mit Pistolen oder ähnlichem. |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #4 |
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Registriert seit: 10.02.2008
Beiträge: 5
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Das Führen eines Messers wird mir bei den meisten Messerangriffen nicht helfen. Weder bei denen, die ich im Ansatz nicht bemerke, noch bei denen wo das Messer verdeckt eingesetzt wird.
Nach meiner Meinung sollte man bei seiner SV-Arbeit immer annehmen, dass der Angreifer eine Waffe führt, man sollte dem Körper unbedingt Meidbewegungen beibringen, die dem Angriff (der Klinge) zumindest soweit ausweichen, dass eine etwaige Verletzung so gering wie möglich gehalten wird. Nach der Meidbewegung sollte unbedingt und sofort eine Gegenaktion gesetzt werden. Ich bin im Verlauf meines Berufslebens zweimal mit einer Klingenwaffe verletzt worden. Das erstemal hatte ich meiner schweren Lederjacke meine Leben zu verdanken, die einen Stich von hinten aus einer Menschenmenge heraus soweit abmilderte, dass ich nur eine leichte Fleischwunde davontrug. Den Angriff habe ich erst bemerkt, als mir das Blut durchs Hemd suppte. Beim zweiten mal wurde ich offen mit einem Teppischmesser angegriffen. Die Folge: eine leichte Schnittwunde am rechten Ellenbogen und zwei aufgeplatzte Knöchel von meinem Gegenangriff. Gruß Ügit |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #5 |
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Registriert seit: 15.02.2008
Beiträge: 21
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Da Stary Wojownik hier mitmacht, breche ich mal meine Prinzipien und gebe meinen Senf dazu:
Die meisten Kampfsportarten und SV-Systeme gehen von einem offenen Messerangriff aus. Das ist in der Realität aber eher selten. Drei Grundszenarios und deren beste Abwehrtaktik: 1.) Ich werde auf offenem Gelände mit einer offenen Messerdrohung konfrontiert. Ich habe Fluchtraum zur Verfügung. Gegenmaßnahme: "Turnschuh"-Kampftechnik. Pfeifft auf eure Ehre, haut ab und ruft anschließend die Polizei. 2.) Ich werde mit einer offenen Messerdrohung konfrontiert und wurde vorher "fixiert". So wie auf dem Foto hier: ![]() "Fixieren" im AERMELDOLCH-Messerkampfsystem bedeutet, dass der Messermann mich zu "fassen" versucht, bevor er die Klinge einsetzt. Er kann mich in die Enge treiben, mich mit seiner Deckungshand fassen, zu einer Trittabwehr mit dem Bein zwingen oder warten, bis sich die Türen der S-Bahn geschlossen haben. Oder seine Freunde halten mich fest, damit er mich in Ruhe sauber abstechen kann. Es gibt noch einige weitere Modelle, aber diese verbreite ich nicht im Web. Gegenmaßnahme: Lasst euch nicht "fixieren". Ohne reichlich Ausweichraum und Fluchtmöglichkeit seid ihr waffenlos erledigt. Und auch mit eigener Waffe extrem gefährdet. Notfalls müsst ihr euch freikämpfen und werdet dabei wahrscheinlich von der Klinge getroffen. Ein "geopferter" Deckungsarm ist aber oftmals immer noch besser als eine Klinge in der Heldenbrust. 3.) Verdeckter Messerangriff: Einige Leute behaupten, diese Art der Attacke könne überhaupt nicht abgewehrt werden. Deswegen müsse und könne man das nicht trainieren. DIESE AUSSAGE IST FALSCH! Den Start typischer verdeckter Messerangriffe beschreibe ich auf meiner Site im Kapitel "Angriffstaktiken des Messerstechers". Stellt diese Angriffe mit passenden Übungsmessern nach und übernehmt den Part des Messermanns. Dann merkt ihr euch diese Angriffe am leichtesten. Nun zur Abwehr: Gegenmaßnahme: Bei JEDER Konfliktsituation, die einen aggressiven Charakter annimmt (auch nur mit Worten) geht ihr davon aus, dass euer Widersacher ein Messer ziehen könnte. Die gängigen Szenarios kennt ihr ja bereits. "Normalos" sollten nicht öfters als vielleicht einmal im Monat mit so einer Situation konfrontiert werden. Andernfalls solltet ihr euer Sozialverhalten überprüfen oder euer eigenes soziales Umfeld ändern (anderer Job, bessere Wohngegend, andere Disko/Kneipe etc.). Der erforderliche "Verfolgungswahn" wird also lediglich einmal im Monat für wenige Minuten benötigt. Das sollten die meisten Kampfsportler geistig verkraften können. Solange die Handflächen ERKENNBAR leer sind, hat er kein Messer in der Hand. Greift er in die Jackentasche etc., bereitet ihr euch auf Flucht oder Kampf vor. Der Ausweich- und Fluchtraum muss da sein; also lasst euch niemals in einer Vorkampfsituation "fixieren". Wenn das Messer gezogen wird, sind Sicherheitsabstand und Rennen angesagt. Denn bei einem echten Messerabwehrkampf werdet ihr meistens auch selbst getroffen, wenn ihr den Messermann nicht auf Distanz halten oder ihn in der Distanz ausschalten könnt. |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #6 |
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Registriert seit: 06.08.2007
Ort: w domu
Beiträge: 260
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@aermeldolch
Die von Dir beschriebenen Szenarien mitsamt Lösungs- bzw. Verhaltensbeispielen klingen logisch und entsprechen auch weitgehend meinen Erfahrungen. Nur kommt einerseits die „Weglauflösung“ für mich nicht in Frage (hat nichts mit „Ehre“ oder ähnlichem Bullshit zu tun, eine Ex-LAP bezeichnete es als „Störung“), zum anderen gibt es einen – immer größer werdenden Personenkreis – dem es schlichtweg verwehrt ist, sein soziales Umfeld zu ändern (z. B. „bessere Wohngegend“ zu finden). Ein Beispiel: Ich öffne die Haustür im 2. Stock des Wohnblocks, als die Klinge auf mich zusticht. Intuitives zur Seite weichen mit gleichzeitigem Zuschlagen. Dieses Schlagen und Treten beendete ich erst, als der Angreifer auf dem untersten Stockwerk die Augen auf Null stellte (damals war ich knapp 16 Jahre alt und in einem Ausländerviertel untergebracht. Sinnigerweise war die Zusammenstellung der Wohnbevölkerung so, dass keine Rücksicht auf ethnische oder/und politische Feindschaften genommen wurde). Meine Verletzung: Kleiner Schnitt auf dem rechten Handrücken, dessen Herkunft ich mir nicht erklären kann. Bessere Wohngegend? Erst nach mehreren Toten wurde die Bewohnerschaft – von Amts wegen – getrennt. Noch ein Beispiel (viele Jahre später): Gemütliche Diskussionsrunde in einer „Ratsch-Kneipe“. Wirklich gemütlich und friedlich. Plötzlich werde ich gefragt, aus welchem Land ich wäre. Auf meine Antwort hin (noch einmal, bis dahin gemütlich und friedlich) der Fragende, laut schreiend „du …sau! Euch hat Hitler vergessen*. Ihr Drecksäue gehört alle erschlagen, erschossen oder vergast“ und griff in die Tasche. Während seiner Hasstirade bin ich aufgestanden und habe zugeschlagen. Dass er zu diesem Zeitpunkt bereits das Messer in der Hand hatte, hatte ich nicht bemerkt (zugeschlagen hätte ich auf jeden Fall!). Meine Verletzung: Keine (der Wirt rief zum Abtransport des Ruhiggestellten den Rettungsdienst an). ----------------------------- * Er irrte! |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #7 | |||||
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Registriert seit: 15.02.2008
Beiträge: 12
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Zitat:
------------------------------- Ich muss Dich dringend bitten, eigene Meinungen zum Thema zu formulieren. Nur Angriffe auf die Meinungen/Ansichten anderer und deren Beleidigung sind nicht Stil unseres Forums. Also: Entweder Meinungsaustausch (ohne Beleidigungen), oder Beitrag ignorieren. Moderator (Stary) |
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Das Messer: Alltagsgegenstand, Alltagswaffe? Beitrag #8 |
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Registriert seit: 15.02.2008
Beiträge: 21
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Stary:
Die Weglauflösung kommt auch beispielsweise dann nicht in Betracht, wenn du deine Frau/Freundin und/oder kleine Kinder dabei hast. Dann wird es richtig heftig, denn jetzt musst du wohl oder übel kämpfen. Trotzdem kann der Ratschlag für die breite Masse der Kampfsportler/-innen nur lauten, dass ein Tritt in den Hintern gesünder als eine Klinge in die Heldenbrust ist. ops: In unseren Kampfsimulationen mit Schutzausrüstung eskaliert der Zusammenstoß der "gepanzerten Ritter" regelmäßig zu tödlichen Messereinsätzen auf beiden Seiten. Im richtigen Leben wäre ich mit meinem Schlagstock damals beinahe tot gewesen, wenn ich den Oberkörper nicht nach Art einer "Inquartata"-Bewegung eingedreht hätte. Die Messerspitze schlitzte die Jacke im Brustbereich auf, bevor der Typ mit blutender Wunde auf der Stirn in die Knie sackte und von seinen Freunden weggeschleift wurde. Ohne die Eindrehbewegung hätte ich das Messer voll in die Brust bekommen. Kommentar von Bernd Schubert (ETF-Escrima): "Wer hat dir denn diesen Unfug beigebracht?" Nun ja, da war es dann wohl Zeit sich neu zu orientieren. |
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